Author Topic: Start ist morgen :-)  (Read 3035 times)

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Offline Ubik no more 245

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Start ist morgen :-)
« on: September 12, 2009, 10:11:08 AM »
Hallo liebe Forumsleser,

wie mir grade schockiert aufgefallen ist, ist morgen Start zum Minitransat.

Also allen deutschen viel Spaß und viel Erfolg. Den anderen wünsche ich natürlich auch, dass sie gut drüben ankommen.

Ich bin gespannt was passiert und hoffe ihr erreicht eure Ziele.

Dominik

Offline Ubik no more 245

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #1 on: September 19, 2009, 17:22:22 PM »
So die ersten sind im Ziel.

Bertrand Delesne auf seinem Manuard hat gewonnen.
2. Boot ist Francisco Lobato mit seiner Pogo 2. Wie krass, dass eine Pogo 2 zweiter im Ziel ist.
Danach ist HP. Schipman ins Ziel gekommen.

Unglaublich wie Francisco mit seiner Pogo 2 die Protos in Schach gehalten hat.

Gruß
Dominik

Offline ejkramer

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #2 on: September 20, 2009, 18:32:22 PM »
Hey Dominik,
ja fand ich auch sehr beeindruckend. Der muss nicht geschlafen haben...., aber was ich so überlege, gibt es bei den Serienbooten, bzw. in der Pogo 2 Einheitsklasse innerhalb der Serienboote nicht auch so eine Art "Proto-Pogo2"? Also machen die Guten mit Ihrer Pogo2 nicht alles was innerhalb der Regeln bleibt um leichter zu sein? Wie schätzt Du die "Tuning"möglichkeiten ein? An welchen Schrauben drehen die technisch?
Gruss Enno

Offline Ubik no more 245

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #3 on: September 22, 2009, 10:48:16 AM »
Andreas ist inzwischen angekommen. Erstmal Glückwunsch dazu.

Ich glaube Francisco hat sein Boot einfach super vorbereitet. Er segelt seit 4 Jahren auf dem Boot. Alles liegt da wo er es erwartet und er weiß glaub ich inzwischen bei jedem Wetter milimeter genau was zu tun ist. Denke sein Training zahlt sich aus.
Naja und besonders schwer schien seine Pogo 2 schon in 2007 nicht zu sein.

Gruß Dominik

Offline Henrik

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #4 on: September 22, 2009, 12:17:55 PM »
ja toll, die Jungs segeln zu sehen.
Herzliche Glückwünsche an alle, die angekommen sind und heute noch ankommen werden - oder überhaupt ankommen!!! :-)

Tja wenn man Francisco so sieht, fragt man sich warum überhaupt noch Protos gebaut werden.
Den Erfahrungsvorsprung den Fracosco durch Segeln erlangt hat ist allerdings nicht wett zumachen, auch nicht, wenn man zwei Protos bauen lässt.

Apropo 2 Protos: hat nicht jemand Lust für 2011 eine Doppelkampagne ala ADRIA zu machen?

Habe ja gerade meine DVD (kleine Werbung: www.segel-filme.de) zum Abschluß gebracht und meine Fahrt ewig oft revue passieren lassen. Es juckt ganz gewaltig und die Strecke kenne ich jetzt auswendig - brauche nur noch ein Boot...

Offline Ubik no more 245

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #5 on: September 22, 2009, 13:00:08 PM »
Hallo nochmal,

Norbert ist auch angekommen, Pogo 1 rulez :-)))

Na klar hab ich Lust auf 2 Boot Kampagne und ich würd auch gern ne DVD kaufen.

Tschöö
Dominik

Offline Hanjo

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #6 on: September 22, 2009, 22:55:31 PM »
Es war immer genug Wind auf der ersten Etappe und so sind die Unterschiede zwischen Proto und Serie nicht mehr so gravierend. Protos profitieren im Wesentlichen davon, dass sie mehr Segelfläche pro kg Bootsgewicht als die Serienminis haben.
Der Ausfall der Mare ist schon traurig. Da ist ne Menge Arbeit, Energie und Geld den Bach runtergegangen. Herzlichen Glückwunsch an Andreas und Norbert.

Henrik. Ich werde im kommenden Jahr einige Miniregatten mitfahren, eventuell auch die 1000 sm Soloquali absolvieren. Transat 2011? Mal schauen, Lust habe ich schon. Doppelkampane: gern, ich habe ja schon ein Boot. Wenn Du einen Sparringspartner brauchst.... bin ich gern dabei.
Hanjo

Offline andreas

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #7 on: September 27, 2009, 12:24:27 PM »
Hallo Leute, hier findet ihr meinen Bericht: http://web.mac.com/photo.lindlahr/GER-682/BLOG-2009/Eintr%C3%A4ge/2009/9/25_La-Rochelle-Funchal%2C_1._Etappe.html

Es war echt spannend. Vielen Dank für die netten Glückwünsche. Ich persönlich war durch
die mega-anstrengende Zeit relativ kaputt zum Start. Das ist schon blöd. Man kann gar nicht lang genug vorbereiten, und vor Allem vor Ort trainieren. Aber direkt
vom Job in's Auto, Boot dran gehängt und los gedüst...

Dann bin ich im Rennen nach 4 Tagen Starkwind auch noch in die Flaute gebrummt. Aber es gab unzählige Schäden an anderen Booten. Extrem viele Kollisionen mit Treibgut und Walen. Jeder Zweite hier berichtet, dass er etwas im Wasser gerammt hätte. Überall liegen gebrochene Ruder und Spieren auf den Stegen.

So gesehen war dann das ankommen hier das Wichtigste. Was hat man davon, wenn schon auf der ersten Etappe Feierabend ist? Und 12-24 Std. kann man in den nächsten
3 Wochen auf See hoffentlich wieder ausgleichen.

Gestern gab es eine Fun-Regatta mit 30 Booten. Zu Beginn lag ich mit 2 Madeira-Schülern an Bord so auf dem 4. Platz. Francisco etwas hinter uns. Dann zog er seinen Gennacker (hoch am Wind) und zog binnen weniger Minuten am ganzen Feld vorbei und ward nicht mehr gesehen. Sein Speed ist exorbitant. Er fuhr doppelt so schnell wie alle anderen (ebenfalls mit Gennacker) Er hat einen Preparator der Tag und Nacht an seinem Boot bastelt. Aber er geht auch immer auf 110%. Am Start ist er mehrfach in die Sonne geschossen und bei 25 Kn. mit einem Riesen-Spi gestartet...

Vielen Dank für das Interesse. Und vor Allem zolle ich denjenigen die das Rennen schon mal geschafft haben den größten Respekt! Hut ab!

Und vielen Dank Immo und Thomas für Eure selbstlose Hilfe vor Ort!!
Euer Andreas

Offline andreas

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Re: Start ist morgen :-)
« Reply #8 on: September 27, 2009, 12:27:43 PM »
Liebe Freunde,


am 13.09. um 14.17 Uhr startete das TRANSAT 6,50, 2009, endlich nach langen intensiven Tagen der Vorbereitungen. Die mit 10 Tagen scheinbar reichlich bemessene Vorbereitungszeit, reichte gerade eben um das Boot für den harten Törn fertig zu bekommen. Neben den zahllosen Kontrollen der Ausrüstung musste ich die Wanten tauschen und unendlich viele Verbesserungen und Reparaturen an Boot und Rig vornehmen. Das Ausmaß der nötigen Vorbereitungen wurde mir erst da bewusst. Einiges hätte ich, wie sich dann gezeigt hat, schon viel früher erledigen müssen.


Jetzt auf Madeira nach 8 Tagen und 5 Std. angekommen geht die Arbeit weiter, aber der härteste Teil der Strecke liegt hinter uns und die Anspannung hat deutlich nachgelassen. Erst hier auf der Subtropen-Insel wird einem klar, um was für eine großartige, einzigartige Regatta-Veranstaltung es sich hier handelt. Fast alle Teilnehmer sind hier nach einer sehr harten Woche auf hoher See mit ihren Mini-High-tech Racern angekommen. Es gab Unfälle, Ausfälle und extrem viele kleine & große Schäden an den Booten. Aber die meisten haben sich durch gebissen. Teils sind sie nur mit einem Ruder angekommen, oder sie hatten Reparatur-Aufenthalte in Spanien oder Portugal und sind dann weiter gesegelt.


Nach einem glänzenden Start in La Rochelle, bin ich mit vielen anderen Teilnehmern erst mal um die falsche Luv-Tonne gegangen. In Begleitung vieler Zuschauer-Boote und des Helikopters, der tolle Foto und Video Aufnahmen von mir gemacht hat. Als ich schon eine Weile mit Vollgas unter Spi in Richtung Westen gerast bin realisierte ich, dass etwas nicht stimmen kann. Auf meine Anfragen über Funk hat die Wettfahrtleitung leider nie reagiert. Auf französisch soll es allerdings Hinweise gegeben haben. Also bin ich, nach einigem Rätsel raten, schweren Mutes 1,5 Stunden wieder gegen den starken Wind zurück aufgekreuzt und habe schließlich die richtige Tonne (identisch mit der Anderen) gerundet. Sie lag dicht unter Land und war nur schwer erkennbar. Die versprochenen Koordinaten waren auch nicht am Startschiff angeschlagen. Wozu die zweite falsche Wendemarke mitten auf der Startkreuz platziert wurde und warum keine Durchsagen auf dem Funk kamen, wird wohl ewig ein Geheimnis der Wettfahrtleitung bleiben.


Als zweit letztes Boot habe ich dann die Verfolgung aufgenommen, hatte aber schon am Abend 10 Teilnehmer wieder eingeholt. Weitere 10 sollten später folgen. Je weiter wir Richtung Finisterre kamen, desto höher wurde der Seegang und der Wind nahm immer mehr zu. Jetzt spürte ich die Erschöpfung als Folge der letzten schlaflosen Wochen. Trotz vorsichtigen Segelns raste ich mit bis zu 17,3 Knoten (GPS-Daten) durch die Nacht und war permanenten Voll-Duschen ausgesetzt. Die Wellen namen teilweise beängstigende Dimensionen an.


Dann der zweite Schock! Ich hatte viel von meinem NKE Autopiloten gebrauch gemacht. Doch bei viel Wind und Welle zieht dieser eine Menge Strom. Als ich dann zum Laden meinen Honda EX350 Benzin-Generator anwarf, um über das 25 Ampere Bord- Ladegerät den Batterien frische Energie zuzuführen, sprang sofort der Überlast-Schalter ein und nichts ging mehr. Das Ladegerät, dass dann sofort in den Boost Modus springt, zog zuviel Strom. Das mitgebrachte Kabel zum Batterie laden über den im Honda eingebauten 12V, 5 Amp Lader, war meine letzte Rettung. Doch 5 Amp. bringen nicht viel. Meine Ankunft auf Madeira war ernsthaft gefährdet. Von nun an hieß es Strom zu sparen und der kleine Honda, den ich vor dedr Abreise noch gegen meinen großen 1KW Honda getauscht hatte um Gewicht zu sparen, musste jetzt Tag und Nacht laufen. Jetzt galt es auch soviel wie möglich per Hand zu steuern. Hätte ich doch bloß nicht getauscht und lieber auf Sicherheit gesetzt! Ich hatte 15 Liter 1:50 Benzin-Gemisch dabei und habe alles komplett verbraucht. Ständig saß ich in den Abgas-Dämpfen und rang um ein bisschen frische Luft. Durch den Fahrtwind bildete sich im Heckbereich ein Wirbel, der die Abgase immer wieder zurück sog und gleichmäßig im Cockpit verteilte. Auch mein selbst gebasteltes 2,5 Meter Auspuff-Rohr half da wenig. Da ich auf der gesamten Reise nur wenige Stunden direkte Sonne auf meiner 65 Watt Solarzelle hatte, gelang es auch nicht genügend Solarstrom zu erzeugen.


Auf der Höhe von Vigo beruhigte sich das Wetter zwischendurch etwas und zahlreiche kleine Delfine spielten die ganze Nacht lang ihre Spiele um den Rumpf herum. Ein tolles Spektakel!


Hinter dem Kap Finisterre die entscheidende Frage: Sollte ich meinem 3 Tage alten Wetter-Routing folgen oder meiner inneren Stimme gehorchen und doch lieber einen östlicheren Kurs einschlagen? Ich entschied mich für die schwachen Fakten und begann einen leichten Luv-Bogen der mich etwas westlich der direkten Linie nach Madeira entlang führen würde. Eine falsche Entscheidung wie sich später zeigen sollte. Nach einem weiteren Tag mit Riesenwellen und heftigen Schauer-Böen bis 34 Knoten kam dann endlich eine Wetter-Beruhigung. Allerdings wurde es etwas zu ruhig. Ich dümpelte mindestens insg. 18 Stunden lang in einer totalen Flaute. Dann drehte der Wind auf Süd und es begann eine Kreuz! Was für ein Mist. Eine weitere Nacht war recht schwach-windig. Obwohl der Wind wieder auf NO zurück gedreht hatte spürte ich schon, dass ich jetzt wirklich etwas verloren hatte. Es wurde still und einsam draußen auf dem Ozean. Die Stille auf dem Funk ließ  vermuten, dass die meisten anderen Teilnehmer eine Ost-Kurve bevorzugt hatten. Ansonsten kam ich nach und nach besser mit den sehr harten Bedingungen zurecht. Tagelang hatte ich keinmal die Klamotten runter gehabt und fing langsam an zu stinken. Alles war klamm und eine Salzkruste begann sich gleichmäßig über Boot und Skipper auszubreiten.


Meine Schlaf-Intervalle waren recht regelmäßig und befriedigend. Allerdings habe ich einmal wohl die Kontrolle über mich verloren und zu lange geschlafen. Das kann gefährlich werden. Zwischendurch hatte ich Besuch von einem Tintenfisch der Sorte Kopf-Füssler an Bord. Recht erstaunt packte ich das glibberige Viech und warf es wieder in sein Element zurück. Ich hätte es auch mit gutem Olivenöl in der Pfanne braten können, doch diese Idee kam mir erst viel später. Auch zahlreiche fliegende Fische prasselten gegen meine Bordwand. Wie große Heuschrecken- Schwärme kommen sie zu hunderten aus der See geschossen, um dann 20-50 Meter weiter wieder in die See zu stechen.


Bei den unendlich vielen Segelwechseln ereigneten sich viele kleine ärgerliche Pannen. Das kostete zwar wenig Zeit war aber extrem nervig. Durch die starken Schaukel-Bewegungen an Bord hatt sich alles gedreht und verheddert. Ich war rund um die Uhr nur am entheddern, aufräumen, sortieren, reparieren und ordnen. Ansonsten muss ich mal wieder betonen, wie unglaublich sicher sich die POGO-2 in schwerer See verhält. Es gab Wellen die Anlass zur Sorge lieferten, aber die P2 hat sich immer wieder aus den wüstesten Brechern heraus gearbeitet. Wie sich später in Funchal erweisen sollte, sind zahlreiche Teilnehmer in Schwierigkeiten geraten. Viele mussten unterwegs die Segel bergen, in den Mast steigen und ihre verhedderten Spis vom Masttop an frei schneiden! Was für ein Alptraum! Einer berichtete dass er, im Mast hängend mehrmals gekentert sei und er erst nach 2 Stunden (!!) wieder herunter kommen konnte!


Nach 7,5 Tagen kam dann endlich Porto Santo, die Madeira vorgelagerte Insel in Sicht, und mein Herz schlug höher! Was für eine Freude nach 8 Tagen und Nächten endlich wieder Land zu sehen! Und dazu noch so ein schönes Land. Allerdings brieste es noch mal kräftig auf und die lokale Strömung schien die Wellen noch zusätzlich aufzupeitschen. Unter  großem Spi raste ich dann dem Ziel entgegen. Der Wettkampf mit einem vor mir  segelnden Franzosen machte die letzten Stunden noch mal sehr spannend.


Im totalen Windschatten der Hauptstadt Funchal arbeiteten wir uns quälend langsam ins Ziel. Fast 1 Stunde für 1,5  Seemeilen!


Geschafft! Mit der individuellen Hymne des jeweiligen Protagonisten wurden wir an der Ziellinie begrüßt und von fachkundigen Leuten in Motorbooten in die Marina geschleppt. Es gab eine herzliche Begrüßung von denen die schon da waren. Es war herzlich und schön wieder Menschen zu sehen. Der feste Boden unter meinen Füßen schien stark zu schwanken. Ich konnte zunächst nicht in geschlossene Räume gehen ohne mich fest zu halten. Aber ein leckeres Bier in einer der Hafen-Pinten erleichterte meinem Gleichgewichtsorgan die Rückkehr in die Festland-Realität sehr.


Die Organisation hat ein perfektes Race-Village installiert. Es gibt alles direkt am Hafen. Ein Medien-Zelt, mehrere Jury-Büros, eine Transat- Rezeption und der Hafen selbst bietet prä-historische Duschen und Toiletten, eine günstige Reinigung und diverse Läden, Werkstätten, Werften und vieles mehr.


Am kommenden Samstag findet eine Show-Race statt. Die kommende Woche werden die Boote dann alle für die lange Reise nach Bahia noch einmal auf Herz und Nieren geprüft und ausgerüstet. Inzwischen habe ich meinen alten 1000 Watt Honda wieder und neue Bord-Batterien eingebaut. Zumindest Strom sollte dann auf dem langen Törn nicht knapp werden!


Demnächst mehr!


Alles Gute und bis bald,


Euer Andreas