Author Topic: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich  (Read 5367 times)

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Offline captain

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Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« on: February 05, 2010, 19:14:17 PM »
Hallo zusammen,

vom Minivirus infiziert, lese ich hier schon eine ganze Weile mit. Mitlerweile bin ich endlich Miteigner eines Protos von 1992 (Nr. 200 von Etienne Bertrand) und freue mich auf die kommende Saison.
Wir werden wohl hauptsächlich den Bodensee (unser hausrevier) unsicher machen. Zum Boot gehört aber ein Trailer, den wir natürlich auch nutzen werden!
Das Thema Überbreite in Deutschland und Frankreich habe ich so langsam durch, bin da aber für praktische Tipps immer noch gerne offen (z.B. wo montiert man diese Überbreitentafeln und muss man da eine Positionslampe dranschrauben?).

Im März soll es also an die Côte D'Azur gehen, das Revier kennen wir sehr gut, allerdings nur als Charterer.

Meine Fragen zum Thema:
Wo krant man am besten zu einem "fairen" Preis ein aus, stellt den Mast (durchgesteckt) und lässt das Gespann eine Woche stehen?
Uns schwebt die Ecke zwischen Marseille und Bormes les Mimosas vor, da wir mit einer Gruppe (Charterer) unterwegs sind, die ab Toulon segelt.
Port Pin Rolland war unser erster Gedanke, aber Andreas (UmpaLumpa) hatte da ja schon etwas von horrenden Kosten geschrieben.

Soweit für's erste, schöne Grüße von regnerischen Bodensee,
Jörg
Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
GER200

Offline hympi

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #1 on: February 05, 2010, 19:39:44 PM »
Hey Jörg,
ich habe letzte Saison mit meinem Kumpel Jörg eine Pogo 1 in Frontignan aus dem Wasser genommen. Das ist eine schöne überschauliche Marina und realtiv preiswert. Aber mit ausreichendem Kran.
Allerding ist dort kein Liegeplatz für längere Zeit frei, da es eine beliebte Marina ist.
Gruß hympi
Hympi aus Düsseldorf

Offline iznogoud

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #2 on: February 06, 2010, 09:40:56 AM »
Hallo,

In der gegen von Toulon hast du K-yachting die sehr hilfreich sind.
http://www.k-yachting.com/base/base%20tarifs%20.htm

Mein boot liegt in Antibes. Da kostet es mir 60€. Liege platzt weiss ich nicht.
Wenn du schon da unter bist,  nehm doch teil an den Itelianishchen Regatten !!! Die erste ist ende märz

Fürs transport brauchst du in Frankreich keine lampe oder shield, nur die genehmigung.

Gruss

Offline captain

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #3 on: February 06, 2010, 18:45:50 PM »
Hallo Hympi, hallo iznogoud,

vielen Dank für Eure Tipps!
Frontignan sieht gut aus, ist mir aber etwas zu weit weg von Toulon. Werde das aber für andere Gelegenheiten mal im Hinterkopf behalten.

K-yachting sieht super aus, da sollten wir mit unter 200,- € mit rein, raus und Mast stellen/legen hinkommen, werde mich nächste Woche mal mit der Werft in Verbindung setzen.

Ich werde wohl auch mal meine paar Brocken Französisch zusammen packen und diese Frage im französischen Forum stellen...

Thema Regatta: da haben wir wenig Erfahrungen, mich würde es natürlich sehr reizen, aber für die italienischen Regatten haben wir keine Chance, da wir am Boot nach dem Törn an der Côte noch einiges "optimieren" müssen. Der Voreigner hat zum Beispiel die Ballast Tanks ausgebaut, da haben wir in der Proto Klasse (mit unserem Hintergrund sowieso) keine wirkliche Chance, nicht das das noch in Frust ausartet ;-)

Schöne Grüße vom Bodensee,
Jörg
Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
GER200

Offline andreas

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #4 on: February 07, 2010, 23:52:59 PM »
Wenn es günstig sein soll, solltest Du die Marseiller MINI Segler kontakten, die segeln den Winter durch und haben alle ihre Boot im Club außerhalb Marseille an Land stehen. Ich such mal die Adresse raus. In PPR habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Kranen geht zwar , nur ca. 60-70 Euro. Aber den Mast stellen kostet nochmal 230,- Euro. Kein Witz. Habe ich dann ja mit einem Jollenmast als RIG selbst gemacht. Der internationale Segelclub in HYERES macht auch einen netten Eindruck, aber dort ist schwer jemand zu erreichen.

Noch ein Tip, der ADAC (Motorboot und Bootsscheine) hat mehrere Vertrags-Häfen an der Cote. Beim ADAC bekommst Du einen Katalog mit allen Häfen und Adressen und Tel. Nr.. Gibt da sogar ein paar Deutsche Hafenmeister. Einer dieser Häfen ist etwas westlich von Marseille.

Aber ich glaube der Club in Marseille ist am besten. Ruf' Jean-Pierre AVERTY (+33(0) 609 856 112) an, der weiß bescheid. Er spricht auch englisch. Netter Typ. oder Gregory Burte, OGLE - FRA 657,Grégory BURTE,Tél : 06-82-63-38-52 ,Mail : gregory@burte.org, http://www.burte.org

Und das schrieb mir David vor einiger Zeit:
We have in Marseille the winter challenge, with spécial races for mini (night races and 2 days races) for first training session. For park your mini in Marseille, you need a trailer, you can leave your boat for a year, we'll see the price just later, the program for the mini center including weather forcast, fooding, sleeping, mental, sea training...
David (mini2005@hotmail.fr)
« Last Edit: February 08, 2010, 00:11:53 AM by andreas »

Offline andreas

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #5 on: February 07, 2010, 23:56:34 PM »
Der Voreigner hat zum Beispiel die Ballast Tanks ausgebaut, da haben wir in der Proto Klasse (mit unserem Hintergrund sowieso) keine wirkliche Chance, nicht das das noch in Frust ausartet

Es soll ja sogar schnelle Protos ohne Wasserballast geben,... ( Man kann auch die mitgenommenen Wasserkanister geschickt stauen. Dann braucht man nur ein Rohr zum befüllen anzufertigen...)

Offline andreas

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #6 on: February 08, 2010, 00:06:55 AM »
Zum Thema Transport nur ein Tip, ...am besten geeignet ist die Nacht jeweils von Sonntag auf Montag...

Offline captain

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #7 on: February 08, 2010, 18:55:00 PM »
Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine zahlreichen Tipps, ich werde die nächsten Tage mal telefonieren bzw. Emails schreiben.

Die Idee mit dem Jollenmast als Rigghilfe finde ich natürlich auch sehr interessant, aber bei einem durchgesteckten Mast ist das wahrscheinlich eher nicht praktikabel, das Ding ist ja schon furchtbar lang ;-)

Mit den Regatten wollten wir es wirklich langsam angehen lassen, wobei mich persönlich die Nordseewoche sehr reizen würde, das Thema "Rund Skagen" habe ich aber abgehakt, vielleicht später mal mit etwas mehr "Erfahrung" mit der kleinen Kiste.
Der Törn im März wird unser erster "richtiger" Törn sein, bisher sind wir nur Ende letzten Jahre probegesegelt, also alles erst mal ganz langsam (jaja, um die Jahrezeit kann es da unten schon ganz schön blasen...)

Heute haben wir den Trailer (mit Mini obendrauf) durch den TÜV gebracht, jetzt können wir uns um Genehmigungen kümmern. Traurig, dass die Leute vom TÜV nichts zum Thema korrekte Kennzeichnung der Überbreite sagen wollten/konnten. Vor lauter "da brauchen Sie eine Genehmigung" war zum Rest nix zu erfahren.

Schöne Grüße vom Bodensee,

Jörg



Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
GER200

Offline andreas

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #8 on: February 08, 2010, 19:50:01 PM »
also, ja im März kanns nett sein. Aber wenn der Mistral kommt,... hui hui ich hatte schon bis zu 52 Knoten Wind in Toulon. Dann am besten ab in ne schöne geschützte Bucht und den Haken wegwerfen. Aber vorher das Boot dran anbinden. In Ufernähe hinter einem schönen Hügel lässt es sich immer gut aushalten. Ich kenn da so ein paar Stellen. Bei extremen Starkwind lässt sich ein MINI im Hafen nur sehr schwer manövrieren.

Das mit dem Jollenmast habe ich mit Immo zusammen gemacht. Das war recht spennend, dann aber am Ende so einfach, dass wir es kaum glauben konnten. Den Jollen Mast vom Format eines Piraten-Mastes habe ich durch die Vorluke ins Schiff gestellt und klassisch verstagt. Dann ne einfache Talje dran und flup war der Mast draußen. Nix gewackelt, nix geknackt. Easy.

Die Max. Breite liegt in Europa, außer bei den Steuerflüchtlingsgehilfen (2,30mtr), meines Wissens im Schnitt so bei 2,50 Meter. In Frankreich brauchst Du theoretisch dann wegen Überbreite Schilder, Warnlampe und Begleitfahrzeug. Und Genehmigungen für die verschiedenen Streckenabschnitte. Ich bin jetzt viel in Frankreich mit Boot gefahren. Ich hatte auch 2 Kontrollen. Alles gut gegangen... siehe den anderen Post... In Deutschland holst Du Dir eine einmalige oder Ganzjahres-Ausnahmegenehmigung für Überbreite bei der Zulassungstelle, auch mit Formular in Internet. Ganz einfach und gar nicht sehr teuer. In Frankreich tust Du dann ganz doof. Schwieriger ist es zwischen den MAUT-Pfosten durch zu kommen... An der Cote sind die noch enger.

Mit Pin Port Rolland habe ich mich vertan. 176,- Euro pro Kranung. Ohne Mast. Mast 230,- Euro on top.

Viel Spaß,

Andreas

« Last Edit: February 08, 2010, 19:52:55 PM by andreas »

Offline iznogoud

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #9 on: February 08, 2010, 21:47:43 PM »
Tut mir leid für mein schriffltliches deutch, ich hoffe mann kann es verstehen.... sprechen geht aber schreiben ist schwer !!


Fürs transport in Frankreich

1. Ein Genehmigung für shwertransporte der 1sten categorie by der SETRA gefragt www.setra.equipement.gouv.fr  +33 1 46 11 33 55- diese muss man bezahlen (50€ glaube ich).
Man kriegt eine Karte mit alle Strassen Frankreich die erlaubt sind (fast alles). Dazu gibt es ein Buch die die mögliche Schwirigkeiten andeutet, und falls es welche gibt die spezielle Zeiten wo man fahren darf.

2. Die erste Region wo du fährst muss du nach eine Genehmigung fragen für "transport exeptionnel sur carte de catégorie 1" at the DDE. Da muss du das Transport beschreiben - Länge, Grösse, Breite... (Wagen, Boot, Mast).
Ich habe diese in Vannes gefragt. Die Frau war sehr nett und alles gemacht um mir zu helfen. Du kannst einfach sagen das du von Lorient für erstest mal mit dein boot fährst. +33 2 97 68 13 68

Dann bis du fertig für die nächsten 5 Jahren !!! Die zwei Punkte kannst du gleichzeitig machen, du muss nuch die zwei Papiere haben wenn du fährst.

Keine Schilder, kein Licht, kein Warnfarhrzeug gebraucht in Frankreich bis 3m breite.
 Maut passt überall, muss nur auf passen... Rechter spur ist oft grösser. Aber ein kleiner type, wenn du nicht in der rechten spur färhrst sehen Sie Oft nicht dass du ein Anhänger mit dir hast und du bezahlst wie ein normales Auto... (auch aufpassen das es nicht teuerer als eine caravane ist. Falls es der fall ist, du wurderst als PKW anerkannt - aufs knopf drücken um Sie anzuruffen, und Sie machen es wieder normal)

Viel spass

Offline captain

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #10 on: February 10, 2010, 16:52:29 PM »
Hallo Andreas und iznogoud,

nochmal vielen Dank, da ist schon deutlich mehr dabei als ich gedacht habe!

Ich war die letzten 8 Jahre immer um diese Jahreszeit an der Côte, meistens sehr lau, aber auch schon volles Programm mit eingeweht in Porquereolles, usw. Ich habe einen neuen Aussenborder bestellt, der alte hatte leider keinen Rückwärtsgang (drehen lässt er sich dank Spezialkonstruktion auch nicht). Das sollte in den Häfen die Situation etwas entspannen.

Das mit der Rigvorrichtung behalte ich mir mal im Hinterkopf, warte jetzt aber erst mal ab, wie das ganze mit Kran und später hier im Heimathafen am Bodensee mit dem Takelmast (kostet tatsächlich keinen Cent!) funktioniert.
Wir werden wohl bei K-Yachting in Toulon rein- und rausgehen, die haben einen sehr fairen Tarif, insgesamt billiger als einmal Maststellen in Port Pin Rolland. Damit sind wir ganz dicht am Rest der Gruppe dran ;-) Ich werde berichten, wenn ich zurück bin.

Unser Mini ist ja "nur" 2,87 m breit, die Genehmigung für Deutschland ist beantragt (kostet im Bodenseekreis 140,- € für drei Jahre) und bei Frankreich werde ich mal den Tipp von iznogoud probieren, wenn's nicht klappt, Augen zu und durch...

iznogoud, mach Dir mal keine Gedanken wegen Deiner Sprachkenntnisse, die sind nämlich klasse! Wenn mein Französisch so gut wäre, dann hätte ich ein paar Sorgen weniger ;-)
Ich telefoniere nächste Woche mit den von Dir genannten Kontakten, das wird sicher klappen, nochmals Danke dafür!

Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
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GER200

Offline captain

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #11 on: February 16, 2010, 11:13:07 AM »
Hallo zusammen,

ich wollte nochmals Rückmeldung wegen des Einkranens geben:

Wir werden bei K-Yachting in La Seyne-sur-Mer (bei Toulon) den Mast stellen und einkranen.

Für den Mini kostet das momentan (Februar 2010):
Kranen: 55,54 €
Mast stellen/legen: 59,40 €
Parken pro Tag mit dem Gespann: 10,- € (geht wohl nicht immer!)

Der passende Ansprechpartner dort ist Pierre (+33(0)4 98 00 38 46), alle Mitarbeiter am Telefon sprechen super Englisch.
Am besten anrufen, habe in Französisch gemailt und gefaxt, da kam leider keine Rückmeldung (Fax kam nicht an und bei meiner Email war er sich nicht sicher, ob es ein Scherz war. Ja, ich werde nochmals einen Sprachkurs besuchen müssen...)
Gekrant wird mittels Autokran, Gurte für Boote ohne zentralen Liftpunkt sind vorhanden.
Gekrant wird bis 20kn Wind, hier (http://www.windguru.com/de/index.php?sc=48624) gibt es die passende Vorhersage, laut Pierre soll man aber noch mit 5-10 kn mehr rechnen.

Ich habe natürlich erwähnt, dass der Tipp aus diesem Forum kam, hat er sich gefreut und will uns einen besonders guten Service bieten.

Ich werde wieder berichten.

Ich habe mittlerweile auch die Überbreitengnehmigung für Deutschland erhalten. Ging ganz einfach, da ich sowieso gerade meinen Trailer zugelassen habe und im Landratsamt war. Das Formular mit dem zuständigen Beamten zusammen ausgefüllt, 140,- € (Bodenseekreis für drei Jahre) abgedrückt und sofort das Papier in die Hand bekommen.
Das Zugfahrzeug wird mit eingetragen (Kennzeichen), nachträgliche Änderungen sollen unbürokratisch möglich sein.



Schöne Grüße,
Jörg
« Last Edit: February 16, 2010, 11:37:51 AM by captain »
Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
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Offline andreas

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #12 on: March 25, 2010, 00:16:42 AM »
K-Yachting in La Seyne-sur-Mer, da bin ich immer mit dem Auto dran vorbei gefahren.An der Corniche. Der Preis scheint wirklich ok zu sein. Denk' nur beim Ein- und Auslaufen in die Bucht an die unbeleuchteten Festmacher Beton-Inseln die überall rumliegen.
In Toulon liegt auch Frankreichs berühmtestes Kriegsschiff. Der Flugzeugträger, der bei der Jungfernfahrt vor ein paar Jahren den Propeller abgeworfen hat, und seit dem, meines Wissens, nicht mehr gefahren ist. Wir sind beim
Trainieren mit GER-682, Umpalumpa, neben einem einlaufenden US-Atom-U-Boot hergesegelt. War spannend ...

Offline Geronimo

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #13 on: March 25, 2010, 23:45:26 PM »
Überbreite liegt in vielen europäischen Ländern ab 2,55 m vor. Dafür ist dann grundsätzlich eine Ausnahmegenehmigung erforderlich, in Deutschland beim Straßenverkehrsamt des Wohnortkreises für Deutschland zu erhalten.
Anbei das Merkblatt zur Kenntlichmachung von Überbreiten etc.

Gruß Rolf

Offline captain

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Re: Einkranen und Maststellen in Südfrankreich
« Reply #14 on: March 26, 2010, 11:18:52 AM »
Hallo zusammen,

ich wollte mich ja nach unserem Törn hier mit den gesammelten Erfahrungen zurückmelden.

Ein- und Auskranen, sowie Mast stellen/legen in Südfrankreich:
Wir haben wie geplant bei K-Yachting in La Seyne sur Mer den Mast gestellt und eingekrant. Wir hatten uns telefonisch vorangemeldet, der Chef, Pierre, ist sehr nett und spricht auch prima Englisch.
K-Yachting ist ein relativ kleiner Betrieb direkt am Wasser und liegt auf ehemaligem Militärgelände. Rings herum gibt es noch viele weitere Werftbetriebe. Es gibt bei K-Yachting nur eine kleine Betonpier von vielleicht 15m Länge (liegt ausserhalb des eingezäunten Werftgeländes). Rückwärts mit dem Trailer draufgefahren und den Mast gestellt. War nicht ganz einfach, weil es für uns das erste Maststellen mit diesem Schiff war und der Wind schon mit locker 25kn blies. Ich habe anschliessend, am Kran hängend, kläglich versagt den Windsensor am Mast zu befestigen, das hat dann Miteigner Stefan am nächsten Tag nachholen dürfen.
Als Kran dient hier ein alter Autokran, damit wurde der Mast angehoben (alles super professionell) und dann mit Gurten eingekrant. Das war bei den vorherrschenden Windbedingungen dann doch recht einfach, allerdings kann man an der Pier nicht festmachen! Also Aussenborder anbringen, während das Schiff noch 50cm über dem Wasser "schwebt", alle Mann übersteigen und runter damit. Der Wellengang ist hier oft sehr stark, auch durch die Schnellfähren, zu gefährlich an der exponierten Pier.
Die Werft hat keine eigenen Liegeplätze, aber um die Ecke hat die Handelskammer einen Steg für die Werftbetriebe gebaut, kann jeder für 15€ die Nacht nutzen. Es gab Wasser aber keinen Strom.
Den Trailer haben wir im abgezäunten Gelände der Werft geparkt (5€ pro Tag), den PKW auf den öffentlichen Parkplätzen (gratis) in dem weitläufigen Areal. Hier könnte man auch den Trailer parken, war uns aber zu unsicher. Ob man hier einen "hochwertigen" PKW abstellen sollte weiß ich nicht, das Publikum abends und nachts ist schon eher "speziell".
Kosten für den Mini:
Mast stellen: ~ 60€
Einkranen: ~56€
Trailer pro Tag: 5€ (nur bedingt möglich)

Fazit: jederzeit wieder bei dieser Weft!

Auskranen mussten wir unplanmässig in Port Grimaud, da wir freitags nach Hause mussten (wie geplant) und in Toulon der Wind mit 35-45kn am kacheln war, keine Chance bei K-Yachting!
Wir sind also per Bus von Port Grimaud nach Toulon (2€ pro Nase, dauert auch nur 2h...) und per Taxi vom Hauptbahnhof nach La Seyne sur Mer (15€ meine ich) und haben Auto und Trailer geholt und sind zurück nach Port Grimaud gefahren.
Hier haben wir mit der Werft SNM gekrant. Das Büro spricht Englisch und ist sehr freundlich und bemüht.
Wir hatten uns am Tag zuvor angemeldet und den Preis ausgemacht (sonst wird es erheblich teurer!). Der Mast wurde im Wasser per Mastkran gelegt, man sollte dem Personal allerdings genau sagen, wie man sich das am Ende vorstellt. Uns wollten sie den Mast mit den Salingen nach oben auf das Deck legen. Dass die kleine Kiste 2m Tiefgang hat und das mit der Durchfahrtshöhe auf dem Trailer eng werden kann, wollte uns keiner glauben ;-)
Gekrant wird per Travellift, sehr umsichtig und professionell. Keine Hektik kein Stress.
Leider habe ich keine Informationen, ob und zu welchen Konditionen man hier sein Gepann parken kann. Das lässt sich aber sicher auch telefonisch klären.
Kosten für den Mini:
Mastlegen und Auskranen: ~ 190€

Fazit: auch hier jederzeit wieder, Port Grimaud ist nicht weiter als La Seyne sur Mer von Deutschland aus.

Fahren mit einem überbreiten Gespann:
In Deutschland hatten wir uns eine Dauergenehmigung geholt, 140€ für drei Jahre (Landratsamt Bodenseekreis).
In Frankreich haben wir ebenfalls eine Dauergenehmigung erhalten, knapp 30€ für fünf Jahre.
Die französische Genehmigung ist absolut einfach zu erhalten WENN man Französisch spricht!
Vorgehen hierzu:
Es handelt sich um einen Transport de 1ere categorie!
1. Eine Strassenkarte mit wichtigen Informationen bei der SETRA kaufen, Bestellformular im Word Format: http://www.setra.developpement-durable.gouv.fr/IMG/doc/internet-bdc_cartes_TE__0210.doc
Ich habe das Formular ausgefüllt (Preise addieren), unterschrieben und gefaxt (Fax : 01.46.11.33.55), drei Tage später war die Karte da! Einfach nur die 5€ Versandkosten zur Karte (die erste) dazurechnen, dann ist das per Fax kein Problem, Franzosen müssen das per Post und mit Rückumschlag (frankiert) machen.
Bezahlt wir nach Lieferung per Rechnung.
2. Beim Zuständigen Departement (das erste in das man von Deutschland aus, beim ersten Mal einfährt) die Genehmigung beantragen.
Das ist schwieriger, da das Formular für alle mögliche Transporte gilt und man telefonischen Support nur auf Französisch erhält.
Das Formular gibt es hier: http://www.google.de/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=2&ved=0CAsQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww2.equipement.gouv.fr%2Fformulaires%2Ffic_pdf%2F12109.pdf&rct=j&q=Demande+d%E2%80%99autorisation+individuelle+de+transport+exceptionnel&ei=Q4esS-n7E9rI_ga1i5jADw&usg=AFQjCNHkRhG4-rxOK8maSkDEJVLONhfiqA
Ich habe das nach Straßburg geschickt (geht nur per Post!), der Link dazu: http://www.bas-rhin.equipement.gouv.fr/dde/trans_exep2.htm
Die Adresse ganz unten gilt.
Ich habe hier so ein Formular fertig ausgefüllt als PDF, wer eines braucht, bitte melden, erspart einige Telefonate ;-)

Die Genehmigung bekommt man per Email geschickt, ist nur eine Nummer, kostet dafür auch nichts!

Fahren in Deutschland und Frankreich:
Wir haben die vorgeschriebenen Tafeln angebaut und mit Umrissleuchten versehen. Am Boot habe ich an den Heckkörben ebenfalls nochmal Umrissleuchten angebracht, hat sich sehr bewährt, da entgegenkommende LKWs langsamer fuhren und Abstand hielten.
Fahren in Deutschland ist problemlos, Frankreich im Prinzip auch. Nachts zu fahren bewährte sich super, die Mautstationen in Frankreich sind aber manchmal echt haarig. Wir haben ja nur kanpp 2,90 m Breite, aber die normale PKW Spur ging nicht. Immer bei den LKW mit durch war aber problemlos, nur die eine oder andere Schranke schlug nach der Durchfahrt gegen den Mast... Die ganz rechte Spur ist oft zu und man macht sich nicht gerade beliebt, wenn man da rein fährt und es muss jemand kommen, die ist für "wirklich überbreite" Transporte von >3m vorgesehen.

Minisegeln:
Einfach nur genial! Wir hatten viel Spaß, 'ne Menge Wind und haben ganz sicher das richtige Schiff gekauft!

Ist etwas viel geworden, aber wenn trotzdem noch Fragen sind, dann her damit!
« Last Edit: March 29, 2010, 12:37:58 PM by captain »
Schöne Grüße vom Bodensee, Jörg
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